Die Wählergemeinschaft Porta (WP) fordert, dass die Stadt Porta Westfalica den Erhalt der Friedhofskapelle in Barkhausen zumindest übergangsweise sicherstellt. Wenn bisherige Träger ihre Verantwortung aufgeben, darf sich die Stadt nicht ebenfalls zurückziehen. Vielmehr muss sie Zeit schaffen, damit eine tragfähige Lösung für die Zukunft gefunden werden kann.
Auch in Holzhausen steht der Erhalt der Friedhofskapelle perspektivisch auf der Tagesordnung.
Das bisherige Bestattungsinstitut hat den Pachtvertrag für die Kapelle in Barkhausen fristgerecht zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Die Möglichkeit einer Übernahme durch ein anderes Bestattungsinstitut scheidet aus.
Die Stadt appelliert deshalb an die Bürgerschaft, sich in einem Verein zu organisieren und künftig selbst Verantwortung für den Erhalt der Kapelle zu übernehmen. Als Beispiel verweist sie auf den Bismarckbund, der die Kapelle in Hausberge übernommen hat.
Die WP sieht diese Entwicklung kritisch. Friedhofskapellen sind wichtige Orte des Abschieds und gehören zur kommunalen Daseinsvorsorge. So bedeutet der Verlust einer Friedhofskapelle mehr als die Aufgabe eines Gebäudes.
Eine Friedhofskapelle ist Teil der örtlichen Infrastruktur, die allen Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit einen gemeinsamen Ort des Abschieds bietet. Wenn dieser Ort wegfällt, wird die Trauerfeier nicht unmöglich, aber sie wird für viele Angehörige schwieriger.
Letztendlich sollte eine würdige Bestattung nicht davon abhängen, ob Angehörige auf alternative Räumlichkeiten ausweichen können oder sich diese leisten können.
Wenn bisherige Träger ihre Verantwortung aufgeben und keine andere institutionelle Lösung zur Verfügung steht, muss die Stadt bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Ehrenamtliches Engagement kann kommunales Handeln ergänzen, aber nicht selbstverständlich ersetzen.
Auch der Verweis auf den Bismarckbund greift nach Auffassung der WP zu kurz. Zwar hat der Bismarckbund als Verein erfolgreich die Trägerschaft für die Hausberger Friedhofskapelle übernommen, es sollte aber berücksichtigt werden, dass der Verein durch sein Engagement am Fernsehturm über zusätzliche Möglichkeiten verfügt, Einnahmen zu erzielen und seine Aktivitäten querzufinanzieren.
Eine solche wirtschaftliche Grundlage lässt sich nicht ohne Weiteres auf einen Kapellenverein übertragen, dessen Aufgabe im Wesentlichen darin bestünde, den Erhalt und Betrieb einer Friedhofskapelle sicherzustellen.
Die WP verkennt keineswegs die angespannte Haushaltslage der Stadt. Sie fordert aber, trotz dieser Rahmenbedingungen eine angemessene Übergangsfrist zu gewähren.
Wenn Vereine oder andere Initiativen künftig die Trägerschaft übernehmen sollen, brauchen sie ausreichend Zeit, um tragfähige Organisations- und Finanzierungskonzepte zu entwickeln. Letztendlich muss es dabei auch um Unterstützungsangebote städtischerseits gehen, meint der Fraktionsvorsitzende der WP, Dietmar Lehmann.
Ehrenamtliches Engagement braucht verlässliche Rahmenbedingungen und darf nicht zum Ersatz für kommunale Verantwortung werden. Es wäre unverantwortlich, wenn eine gewachsene örtliche Struktur verloren ginge, weil eine tragfähige Anschlusslösung nicht rechtzeitig zustande kommt.
Für die WP bleibt es daher dabei: Die Stadt muss den Erhalt der Friedhofskapelle in Barkhausen zunächst sicherstellen und darf sich nicht aus ihrer Verantwortung zurückziehen, bevor eine tragfähige Anschlusslösung gefunden ist.