Gute Ideen muss man nicht immer neu erfinden. Deshalb schauen wir auch über Porta Westfalica hinaus: Welche Lösungen werden in anderen Städten und Gemeinden bereits erprobt? Und welche davon könnten auch für unsere Stadt interessant sein?
Ein aktuelles Beispiel kommt aus Berlin-Reinickendorf. Dort wird derzeit eine KI-gestützte Sprachassistenz im Amt für Soziales erprobt. Sie soll bei Gesprächen zwischen Beschäftigten der Verwaltung und Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen unterstützen.
Die Idee: Übersetzen, transkribieren und dokumentieren
Die Anwendung erkennt gesprochene Sprache und kann Gespräche in Echtzeit übersetzen und gleichzeitig transkribieren. In der Pilotphase werden zunächst Deutsch, Englisch, Türkisch und Russisch berücksichtigt.
Interessant ist dabei, dass die Anwendung nicht nur als Übersetzungshilfe dienen soll: Aus der Transkription kann anschließend ein strukturierter und bearbeitbarer Gesprächsvermerk erstellt werden. Die fachliche Verantwortung bleibt dabei selbstverständlich bei den Beschäftigten.
Was könnte das für Porta Westfalica bringen?
Von einer solchen Lösung könnten Bürgerinnen und Bürger und Beschäftigte der Verwaltung gleichermaßen profitieren.
- Sprachbarrieren abbauen: Menschen mit geringen Deutschkenntnissen könnten ihre Anliegen leichter selbst vorbringen und Informationen der Verwaltung besser verstehen.
- Beschäftigte entlasten: Schwierige Verständigungssituationen könnten erleichtert und wiederholte Erklärungsversuche reduziert werden.
- Missverständnisse vermeiden: Gerade bei komplexeren Anliegen ist es wichtig, dass beide Seiten möglichst genau verstehen, worüber gesprochen wurde.
- Zugang zur Verwaltung erleichtern: Eine unmittelbare Übersetzung könnte dazu beitragen, Verwaltungsleistungen für Menschen mit Sprachbarrieren leichter zugänglich zu machen.
- Zeit sparen: Eine bessere Verständigung kann Gespräche erleichtern. Wenn gleichzeitig eine Transkription erstellt wird, kann darüber hinaus die anschließende Dokumentation unterstützt werden.
- Gesprächsvermerke unterstützen: Aus der Transkription kann ein bearbeitbarer Gesprächsvermerk entstehen, der anschließend von den Beschäftigten geprüft und weiterbearbeitet werden kann.
So wird es in Berlin-Reinickendorf erprobt
Das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf hat die Anwendung im Rahmen der „City Challenge Berlin 2026“ als Pilotprojekt gestartet. Erprobt wird sie zunächst im Amt für Soziales. Die Anwendung soll sowohl am Arbeitsplatz als auch mobil auf Tablets eingesetzt werden können.
Nach Angaben des Bezirksamtes werden bei der Erprobung auch die technischen und organisatorischen Anforderungen sowie Datenschutz und Informationssicherheit berücksichtigt. Die Erfahrungen aus der Pilotphase sollen ausgewertet werden. Bei erfolgreicher Erprobung kommt auch eine Nutzung in weiteren Bereichen in Betracht.
Mehr zum Pilotprojekt beim Bezirksamt Berlin-Reinickendorf
Unser Impuls für Porta Westfalica
Wir finden den Ansatz interessant, weil hier der Einsatz künstlicher Intelligenz mit einem ganz konkreten Nutzen verbunden werden kann: leichtere Verständigung für Bürgerinnen und Bürger und gleichzeitig Unterstützung für die Beschäftigten der Verwaltung.
Deshalb haben wir die Stadtverwaltung am 1. Oktober 2026 auf das Reinickendorfer Pilotprojekt aufmerksam gemacht und angeregt, sich diesen Anwendungsfall im Rahmen der weiteren Beschäftigung mit KI-Lösungen in der Verwaltung einmal anzusehen.
Status: 💡 Idee an die Verwaltung weitergegeben
Stand: 1. Oktober 2026
Thema: Digitalisierung · Bürgerservice · Verwaltung