Ratsfraktion der Wählergemeinschaft Porta Aktuelle Beiträge, Kommentare, Meinungen,Anträge,JHA (Jugendhilfeausschuss),Jugendhilfeetat Jugendhilfeausschuss: Antrag zur Prüfung von Pool- bzw. Teamlösungen im Bereich der Schulbegleitung / Eingliederungshilfe

Jugendhilfeausschuss: Antrag zur Prüfung von Pool- bzw. Teamlösungen im Bereich der Schulbegleitung / Eingliederungshilfe

Die Anfrage der WP hat deutlich gemacht, dass die Zahl der Schulbegleitungen und die damit verbundenen Kosten seit Jahren stark steigen. Gleichzeitig zeigen die Ausführungen der Verwaltung, dass Pool- und Teamlösungen aufgrund der örtlichen Struktur nur begrenzt einsetzbar sind. Mehrere von der WP angesprochene Fragen – insbesondere zu Erfahrungen anderer Kommunen und möglichen Modellansätzen für Porta Westfalica – bleiben jedoch weiterhin offen.

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen und dem Jugendhilfeausschuss zu berichten,

1. ob und unter welchen Voraussetzungen sogenannte Pool-, Team- oder systemische Schulassistenzmodelle im Bereich der Schulbegleitung an einzelnen Schulstandorten
in Porta Westfalica eingeführt oder modellhaft erprobt werden könnten,

🟢 Antwort der Verwaltung:
Aktuell bestehen in Porta Westfalica 70 aktive Schulbegleitungen an 26 Schulen bzw. Schulstandorten. Derzeit gibt es lediglich drei Pool-Lösungen für insgesamt sechs Kinder. Pool- oder Teamlösungen setzen die ausdrückliche Zustimmung der Antragsteller voraus, da grundsätzlich ein individueller Rechtsanspruch auf Eingliederungshilfe besteht. Zudem erschweren die vielen kleineren Schulstandorte in Porta Westfalica den Einsatz solcher Modelle. In einzelnen Fällen könnten Pool-Lösungen sogar höhere Kosten verursachen.

Offen bleibt:
Unter welchen konkreten Voraussetzungen Pool- oder Teamlösungen an einzelnen Schulstandorten künftig ausgeweitet oder modellhaft erprobt werden könnten.

2. welche Erfahrungen andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen mit entsprechenden Modellen gemacht haben,

Hierzu erfolgte keine konkrete Antwort der Verwaltung.

Offen bleibt:
Welche Erfahrungen andere Kommunen gesammelt haben und ob erfolgreiche Modelle auf Porta Westfalica übertragbar wären.

3. welche rechtlichen, organisatorischen, pädagogischen und finanziellen Rahmenbedingungen dabei zu berücksichtigen wären,

🟢 Antwort der Verwaltung:
Die Verwaltung verwies auf den bestehenden individuellen Rechtsanspruch der betroffenen Kinder. Dieser begrenzt die Möglichkeiten pauschaler Pool-Lösungen. Zudem wurde auf die besondere Struktur mit zahlreichen kleineren Schulstandorten hingewiesen.

Offen bleibt:
Eine vertiefte Bewertung der pädagogischen Vor- und Nachteile sowie möglicher organisatorischer Modelle.

4. welche Auswirkungen solche Modelle auf:

o die Qualität der Unterstützung,
o die Personalsituation,
o Vertretungsregelungen,
o die Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Trägern,
o sowie auf die Entwicklung der kommunalen Kosten haben könnten.

🟢 Antwort der Verwaltung:
Die Zahl der Eingliederungshilfen hat sich innerhalb von zehn Jahren versechsfacht. Aktuell bestehen 70 Schulbegleitungen. Die Kostenentwicklung im Bereich der Eingliederungshilfe stellt die Kommunen vor erhebliche Herausforderungen. Für 2026 rechnet die Verwaltung mit deutlichen Mehraufwendungen.

Offen bleibt:
Eine konkrete Bewertung, ob Pool- oder Teamlösungen die Qualität der Unterstützung verbessern, die Personalsituation entlasten oder zu einer besseren Vertretungsregelung beitragen könnten.

 

Dabei sollen insbesondere Erfahrungen aus Kommunen berücksichtigt werden, die bereits mit Pool- oder Teamlösungen im Bereich der Schulbegleitung arbeiten.

Begründung

Die Fallzahlen und Kosten im Bereich der ambulanten Eingliederungshilfe bzw. Schulbegleitung steigen seit Jahren deutlich an. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde
berichtet, dass die hierfür eingeplanten Mittel voraussichtlich erheblich überschritten werden und aktuell bereits rund 80 Fälle mit steigender Tendenz bestehen.
Gleichzeitig bestehen zunehmende Herausforderungen bei der Gewinnung geeigneter Fach- und Assistenzkräfte. Andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen setzen daher verstärkt auf
Pool- oder Teammodelle der Schulassistenz. Dabei werden Schulbegleitungen nicht ausschließlich einzelnen Kindern fest zugeordnet, sondern flexibel innerhalb eines schulischen
Umfeldes eingesetzt.

Solche Modelle können organisatorische und pädagogische Vorteile bieten, insbesondere
durch:

• bessere Vertretungssicherheit,
• stärkere Einbindung in multiprofessionelle Teams,
• flexibleren Personaleinsatz,
• sowie eine verbesserte Abstimmung zwischen Schule, Jugendhilfe und Trägern.

Ziel der Prüfung ist ausdrücklich nicht, notwendige Unterstützungsleistungen einzuschränken, sondern vorhandene personelle und finanzielle Ressourcen wirksamer einzusetzen.
Angesichts der erheblichen Kostensteigerungen soll daher auch geprüft werden, ob Pool- oder Teamlösungen zu einem wirtschaftlicheren Einsatz kommunaler Mittel beitragen können,
ohne den individuellen Unterstützungsbedarf der betroffenen Kinder zu beeinträchtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Lehmann                                                                           Susanne Korff
Fraktionsvorsitzender                                                                    Stellv. Fraktionsvorsitzende

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