Ratsfraktion der Wählergemeinschaft Porta Aktuelle Beiträge, Kommentare, Meinungen,Rat Aus der Ratssitzung vom 14.07.2026 – AfD allein gegen Theaterprojekt zur NS-Aufarbeitung

Aus der Ratssitzung vom 14.07.2026 – AfD allein gegen Theaterprojekt zur NS-Aufarbeitung

Aus der Ratssitzung vom 14.07.2026

AfD allein gegen Theaterprojekt zur NS-Aufarbeitung

Der Rat beschloss die Förderung des Theaterprojekts „ZweitZeuge – Mein Opa war ein Nazi“ mit deutlicher Mehrheit. Sämtliche Fraktionen stimmten dafür – mit Ausnahme der AfD.

Die AfD begründete ihre Ablehnung unter anderem damit, dass durch das Projekt Generationenkonflikte geschürt werden könnten und Kinder und Jugendliche sich bedrängt fühlen könnten. Zudem gebe es in Porta Westfalica bereits ausreichend Projekte, die sich mit diesem Themenbereich beschäftigten.

Diese Begründung ist aus unserer Sicht bezeichnend. Ein pädagogisch begleitetes Theaterprojekt, das jungen Menschen eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ermöglicht, schürt keine Generationenkonflikte. Es schafft Wissen, fördert Gespräche und stärkt die Fähigkeit, menschenverachtende Ideologien zu erkennen.

Die AfD hätte mit ihrer Zustimmung ein klares Zeichen für historische Verantwortung und gegen das Vergessen setzen können. Stattdessen lehnt sie ausgerechnet ein Projekt ab, das sich kritisch mit der NS-Zeit auseinandersetzt. Das fügt sich für uns in ein geschichtspolitisches Muster ein, bei dem nicht die notwendige Aufarbeitung, sondern deren angebliches Zuviel zum Problem erklärt wird.

Für uns gilt dagegen: Die Beschäftigung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist keine Belastung für junge Menschen, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil demokratischer Bildung. Gerade angesichts heutiger Versuche, Geschichte zu relativieren oder einen Schlussstrich zu fordern, ist diese Arbeit wichtiger denn je.

Der Rat setzte mit 21 Ja-Stimmen bei 8 Gegenstimmen ein klares Zeichen und beschloss die Förderung des Projekts.

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